Japanischer Garten im Potsdamer Umland

Der neu angelegte Garten folgt der Idee eines Wandel- und Betrachtungsgartens, der Ruhe, Konzentration und Kontemplation vermittelt. Eingebettet in die Architektur des Hauses, das in Anlehnung an japanische Baukunst gestaltet wurde, eröffnet sich ein fein gegliederter Außenraum, der Innen- und Außenbereiche subtil verbindet. Der Vorgarten bleibt weitgehend in seiner bestehenden Struktur erhalten, lediglich eine kleine japanische Steinlaterne verweist dezent auf den besonderen Charakter des rückwärtigen Gartens. Formschnitthecken fassen die Gartenräume und geben den Blick frei auf ausgewählte Pflanzgruppen, Wege und Sitzflächen.

Materialität, Wasser und atmosphärische Gestaltung

Alle befestigten Wege abseits des Hauses bestehen aus Naturstein: Großformatige Platten und Stelen strukturieren die Bewegungsflächen, während handbearbeitete Pflastersteine die Zwischenräume schließen. Die unmittelbar an das Haus angrenzenden Traufflächen und Vorgartenwege aus Naturstein und bearbeitetem Beton sind als gestalterische Reminiszenz an Mirei Shigemori konzipiert.

Ein temporär wasserführender Bachlauf sammelt Dachflächen-Niederschlagswasser, lässt es oberflächlich plätschern und führt es unterirdisch in Versickerungsanlagen. Das leise Rauschen des Wassers ergänzt die ruhige, kontemplative Atmosphäre.

Der Teegarten

Die Holzterrassen auf EG-Niveau bieten Rückzugsbereiche und Sitzmöglichkeiten, während eine großzügige Pergola die Sonnentage auf der Gartenterrasse begleitet. Pflanzungen aus Solitärbäumen, Sträuchern und niedrigen Stauden erzeugen wechselnde Sichtachsen und Farbspiele, die sich je nach Lichtstimmung und Jahreszeit verändern. Über die Trittplattenwege gelangt man in den Wandelgarten, der mit subtil modellierten Höhen, Steinen und sorgfältig gesetzten Blickpunkten eine räumliche und emotionale Sequenz eröffnet, bis hin zum Teegarten – dem intimsten Bereich des Gartens, dessen Eingang durch ein Torii symbolisch markiert ist.

So entsteht ein Garten, der Räumlichkeit, Materialität und Pflanzgestaltung zu einem stimmigen Ganzen verbindet und zugleich als Ort der Ruhe, Wahrnehmung und Kontemplation erlebbar wird.

Entwurf und Perspektivzeichnungen: Christian Otto, Koloration: Team LAGADE