Neuanlage der Freianlagen für eine Hotelanlage in Südbayern
Die Hotelanlage ist in eine weitläufige Garten- und Parklandschaft eingebettet, in der Architektur, Topografie und Vegetation zu einem stimmigen Gesamtbild zusammengeführt werden. Ziel der Freiraumplanung ist es, funktionale Anforderungen, hochwertige Materialien und ökologische Wirksamkeit mit einer Atmosphäre von Ruhe, Offenheit und Erholung zu verbinden.

Landschaft als Rahmen für Architektur und Erholung
Wege und Fahrflächen aus hellem Kalkstein (Muschelkalk) strukturieren den Ankunftsbereich und greifen die Materialität der umgebenden Landschaft auf. Sanft modellierte Geländebewegungen, bepflanzte Mulden und klar gefasste Pflanzflächen leiten das Oberflächenwasser gezielt in Versickerungsbereiche und prägen zugleich das landschaftliche Erscheinungsbild.
Die Pflanzkonzeption orientiert sich an standortgerechten, robusten und langlebigen Arten. Strukturgebende Gehölze und prägnante Solitärbäume bilden Raumkanten, spenden kühlen Schatten und verankern die Anlage im landschaftlichen Kontext. Mehrschichtige Strauch- und Staudenpflanzungen sorgen über das Jahr hinweg für wechselnde Aspekte aus Blüte, Textur und Farbe. Gräser und extensiv gepflegte Wiesenflächen vermitteln Leichtigkeit und schaffen fließende Übergänge in die offenen Landschaftsräume.
Stellplatz- und Funktionsflächen werden mit versickerungsfähigen Belägen ausgeführt und durch Hecken, Pergolen sowie Fassadenbegrünungen räumlich gefasst. Kletterpflanzen und rankende Gehölze übernehmen dabei sowohl gestalterische als auch klimatische Funktionen, reduzieren die Aufheizung von Oberflächen und schaffen wertvolle Lebensräume für Insekten und Vögel. In unmittelbarer Nähe der Gebäude sind die Pflanzungen dichter und formaler angelegt, während sie sich mit zunehmender Entfernung auflockern und in parkartige sowie wiesenähnliche Bereiche übergehen. Diese Abfolge erzeugt Orientierung, Ruhe und ein differenziertes Freiraumerlebnis.

Wasser als gestaltendes und klimatisches Element
Ein zentraler Gartenraum wird durch ein geometrisch gefasstes Wasserbecken geprägt. Das Reflexionsbecken im Dichtergarten lädt zum Betrachten und Innehalten ein und greift in seiner klaren Formensprache die Gestaltung der Hauptterrasse auf. Das Hauptbecken liegt leicht erhöht über dem umgebenden Regenerationsbereich und ist nach dem Überlaufprinzip ausgebildet. Eine Muschelkalkwandung rahmt das Becken, während der Boden mit dunklen Polygonalplatten ausgeführt ist und Tiefe sowie Spiegelungen verstärkt. Wasserpflanzen im Regenerationsbereich unterstützen die natürliche Reinigung, verbessern die Wasserqualität und bereichern das Becken durch feine Bewegungen und wechselnde Lichtreflexe. In Kombination mit der umgebenden Vegetation entsteht ein ausgeglichenes Mikroklima mit hoher Aufenthaltsqualität.
Freiräume zwischen Ankommen, Rückzug und Weite
Eingerahmt von großkronigen Laubbäumen befindet sich ein Kinderspielbereich in halbschattiger Lage, der über den gesamten Tagesverlauf hinweg nutzbar ist. Im südwestlichen Teil des Parkgartens liegt ein ruhig gelegener Rückzugsbereich, gärtnerisch abgeschirmt und mit einem hohen Maß an Privatsphäre.
Der Rundweg führt weiter an den Poolterrassen vorbei und durch atmosphärisch dichte Gartenabschnitte, die aus ausgewählten Formgehölzen und markanten Solitärsteinen bestehen. Diese sind in eine fein abgestimmte, zugleich grobe und differenzierte Natursteinstruktur eingebettet und erzeugen Assoziationen an die umgebende Berglandschaft.


So entsteht eine Garten- und Parklandschaft, die durch pflanzliche Vielfalt, klare Materialität und nachhaltige technische Konzepte überzeugt – ein lebendiger Freiraum, der sich im Wandel der Jahreszeiten stetig verändert und den Aufenthalt im Hotel auf sinnliche und nachhaltige Weise begleitet
Entwurf: Christian Otto, Perspektiv- und Schnittzeichnungen: Christian Otto und Rachel Haase, Koloration: Team LAGADE
